Kochen auf’m Einser ...
Das Backen am Dienstag für den Nachmittagskaffee hat im Elisenstift schon eine gewisse Tradition, die weder unsere Bewohner noch die Mitarbeiter des Elisenstifts missen möchten.
Wenn der Duft von frischgebackenem Kuchen oder Plätzchen durch die Gänge wabert, weiß jeder, dass es heute zum Kaffee etwas Besonderes, etwas mit den eigenen Händen Gefertigtes, gibt.
Aufgrund dieser positiven Erfahrungen kam die Frage auf: „Warum lassen wir nicht mal unsere Bewohner ihr eigenes Mittagessen kochen?“ Gesagt - getan!
Seit September wird jeden Donnerstag „auf’m Einser“ unter Anleitung der Ergotherapeutin Regine Magerl ein fränkisch-herzhaftes Mittagessen in nahezu vollständiger Eigenregie vor- und zubereitet. Die fränkische Küche steht seit je her hoch im Kurs bei unseren Bewohnern.
Ob „Saure Broutwärscht“, „Rindfleisch mit Kren“ oder „Kartoffelsalat“, es gibt nur noch wenige regionale Spezialitäten, die noch nicht auf dem Speiseplan des Elisenstifts standen.
Von Anfang an waren deshalb die Bewohner des Demenzbereiches eifrig dabei, wenn es hieß, wer schält die Kartoffeln, würfelt die Zwiebeln oder hobelt das Kraut.
Manche Bewohner schwelgten in Erinnerungen, und fangen dann an zu erzählen, wie damals in ihrer Familie das „Schäufele“ zubereitet wurde. Ob mit hellem oder dunklem Bier ist und bleibt reine Geschmackssache.
Auch die früher weit verbreiteten männlichen Haushaltsmuffel wurden teilweise bekehrt und sitzen nun mit Schürze bekleidet und Sparschäler bewaffnet vor einem Berg gelbe Rüben.
Doch das Kochen erfüllt auch einen therapeutischen Effekt. So werden beim Zubereiten der Speisen alle vorhandenen Sinne angeregt, gefördert oder wiederentdeckt.
Vermeintlich längst verloren gegangene Fähigkeiten kommen so beim Schneiden, Schälen und Hobeln zu Tage.
Aus diesem Grunde erfüllt das gemeinsame Kochen im Speisesaal in jeder Hinsicht seinen Zweck und ist nun ein weiterer fester Bestandteil unserer Wochenstruktur.
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