10 Jahre Elisenrunde
Wissen Sie eigentlich, wie die Elisenrunde entstanden ist?
Einige Frauen hatten von sich aus eine Art Besuchsdienst im Elisenstift übernommen. Sie baten Freundinnen und Bekannte um Mithilfe, die gerne darauf eingingen.
Innerhalb kürzester Zeit hatten sich 7 Frauen gefunden, die sich der Unterhaltung der Bewohner/ innen annahmen. Einer der ersten Auftritte war z. B. beim Fasching 2001 mit Singen und Tanzen.
Von Anfang an gestalteten diese Frauen alle 14 Tage einen vergnüglichen Nachmittag für alle, die noch daran teilnehmen wollten und konnten. Damals war die Älteste der Elisenrunde 72 Jahre und die Jüngste 34 Jahre alt, also eine gute Mischung für vielerlei Aktionen.
Beim ersten Treffen hatten wir ein Wollknäuel dabei, das wir in der großen Runde hin und her warfen oder rollten. Wer das Knäuel gefangen hatte, nannte seinen Namen und erzählte ein bißchen aus seinem Leben. So spielerisch lernten wir uns gegenseitig kennen.
Aus dieser Anfangszeit – noch im „alten Gebäude“ und „alten Elisensaal“ - sind uns noch sehr schöne Stunden in Erinnerung. Wir haben mit den Leuten gebastelt und gemalt, auch mal Collagen angefertigt (z. B. unser Lebensbaumaus Rinde und bunten Blättern), mit ihnen gesungen, gespielt und erzählt, denn zu dieser Zeit gab es noch keine Ergotherapeutinnen.
So sehen wir z. B. Frau Utz, damals bereits 100 Jahre, beim Ausschneiden von Hühnern, Eiern und Hasen für den Osterstrauß, der dann von allen liebevoll dekoriert wurde.
Und dabei sang sie mit ihrer hohen Stimme manchmal ihr Lieblingslied „Im schönsten Wiesengrunde“, was uns bestimmt unvergesslich bleibt. Oder Frau Emma Reu fällt uns ein, wie sie mit ihrer gesunden Hand die Plastikmasse ausrollt wie einen Plätzchenteig und dann mit Eifer den Weihnachtsschmuck für den Christbaum aussticht.
Auch Frau Fiedler bleibt uns in Erinnerung. Als wir nämlich Kinderbilder von uns und den Bewohnern vergrößerten und alle raten ließen, wer das wohl sei, brachte sie voller Stolz ein Bild mit von ihr auf hohem Roß – eine Erinnerung an ihre Zeit auf einem großen Bauernhof.
Die Elisenrunde änderte sich von ihrer Zusammensetzung, denn manche zogen weg oder mussten aus gesundheitlichen Gründen aufhören, doch immer wieder kamen neue Weggefährtinnen dazu, wie kleine Nebenflüsse.
Die Grundidee blieb: 2 x im Monat eine Veranstaltung vorbereiten und 2 x einen vergnüglichen Nachmittag mit den Bewohnern/innen gestalten.
Dabei beschäftigen wir uns intensiv mit abwechslungsreichen Themen, die wir möglichst von verschiedenen Seiten betrachten: ob literarisch, musikalisch, in Bildern (Dias oder Kunst), mit Quiz, Ratespiel und Bewegung oder gar als Vorführung (z. B. mit einem original gekleideten Hochzeitspaar bei der „Fränkischen Hochzeit“).
Vor allem das Singen ist ganz wichtig und reißt alle mit. Es ist fast schon ein therapeutisches Mittel, denn viele Bewohnern/innen, die geistig nicht mehr am Leben teilnehmen, singen die Texte von den alten Volkslieder auswendig und voller Begeisterung mit.
Wir zogen 2004 mit um in den neuen Elisensaal und beteiligen uns seither fleißig am monatlichen Tanzcafe.
Auch bei allen anderen Veranstaltungen und Ausflügen wird unsere Mithilfe erwünscht und gerne angenommen, sei es bei der Osterbrunnenausfahrt oder beim Sommerfest der Familie Zapf.
Seit 2002 gestalten wir die Weihnachtsfeier mit Liedern und Gedichten, oft mal auch mit einem Krippenspiel oder einer Weihnachtsgeschichte in Bildern.
Beim 1. Mal wurde die Maria von Patricia Pachl gespielt, die leider so früh verstorben ist.
Alle von uns können ihre Begabung einfließen lassen in unseren „Elisenfluß“: mit dem Vortragen von Mundartgedichten oder Geschichten, Musikbegleitung, Theaterspielen und Pantomime aufführen, Malen oder die Leute zum Erzählen von daheim und früher anregen, und natürlich zum gemeinsamen herzhaften Lachen.
Dabei erfahren wir großartige Unterstützung vom gesamten Team des Elisenstifts, vom Chef bis zum Praktikanten. Und natürlich werden wir „Elisenrundler“ ganz liebevoll begrüßt und willkommen geheißen von allen Bewohnern/innen, was uns sehr freut und gut tut.
Hoffentlich bleibt das eine Arbeit, die uns allen weiterhin großen Spaß macht – und hoffentlich noch lange!!






